Mein wildes Hirn hat oft 1000 Ideen – und manchmal bekommt es genau deshalb keine davon auf die Strasse.
Ich habe die Deep-Ocean-Persönlichkeitsanalyse im Rahmen des ADHS-Skills-Trainings gemacht. Als ich mein Profil bildlich vor mir sah, war mein erster Gedanke: Okay – das erklärt einiges. 😄
Ein grosser Aha-Moment war für mich meine hohe Ausprägung in Erleben und Intellekt. Ich sehe unglaublich schnell Zusammenhänge, denke aus unterschiedlichen Perspektiven und entdecke überall Ideen, Möglichkeiten und neue Wege. Das ist eine meiner grössten Stärken – meine Kreativität und mein vernetztes Denken.
Gleichzeitig wurde mir klar, warum ich eine eigentlich gute Idee gefühlt zehnmal hinterfrage. Kaum habe ich einen Weg gefunden, entdeckt mein Kopf schon drei weitere: Geht es noch anders? Noch besser? Noch spannender?
Das führt oft zu ungewöhnlichen und kreativen Lösungen. Aber manchmal eben auch dazu, dass aus einer Idee zehn Varianten werden – bevor die erste überhaupt auf der Strasse ist.
Dabei bin ich eine Macherin. Wenn ich mich entschieden habe, kann ich sehr schnell ins Tun kommen. Meine Herausforderung liegt viel öfter darin, zwischen all den Möglichkeiten irgendwann zu sagen: Das ist gut. Das mache ich jetzt.
Genau diese Erkenntnis war für mich in Verbindung mit dem ADHS-Skills-Training besonders wertvoll. Ich muss mein wildes, vielseitiges Denken nicht kleiner machen. Ich darf lernen, es gezielter einzusetzen – zu erkennen, wann eine weitere Perspektive wirklich hilfreich ist und wann es Zeit ist, aufzuhören zu optimieren, mich zu entscheiden und loszugehen.
Die Deep-Ocean-Analyse hat mir vor allem eines gezeigt: Meine grössten Stärken und meine Herausforderungen sind oft zwei Seiten derselben Eigenschaft.
Und genau deshalb möchte ich mein wildes Hirn gar nicht gegen ein ruhigeres eintauschen. Ich möchte nur lernen, seine 1000 Ideen ein bisschen öfter auf die Strasse zu bringen.